Projekt Wanderherde 2016/2017

Kick-Off-Workshop mit der 1. Oberstufe Flawil

Kreative Projekte in den Klassen
Kreative Projekte in den Klassen

Dieses Jahr konnten wir zwei erste Oberstufenklassen, aus Flawil SG und Wauwil LU, für das Projekt begeistern. Der Startschuss in Flawil ist bereits gefallen, Ende September fand der Kick-Off-Workshop statt. Die Vorfreude war beiderseits gross ‐ nicht nur die Schüler sind neugierig auf dieses Abenteuer, auch dem Projektteam der Micarna kribbelt es nach monatelanger Vorbereitung gewaltig in den Fingern.

Wo erst noch scheue Zurückhaltung herrscht, macht sich bald nahezu hemmungsloser Einsatz breit. Nach einigen Aufwärmübungen sprudeln die Ideen aus den Schülern nur so hervor. Aufgeregt strecken sie die Hände in die Luft, präsentieren Ideen voller Elan und Fantasie und es wird deutlich spürbar, dass der Funke übergesprungen ist. Comics, Lieder und ein Rap oder doch lieber etwas Gebasteltes, Interviews oder ein Tagebuch aus der Sicht eines Schafs? Das Feuer für das Projekt Wanderherde ist entfacht.

Freut sich die 13-jährige Klaudia vor allem auf das Basteln und Zeichnen während der Projektarbeit, so steht für Ayseha, 14, die Aktivität in der Natur und an der frischen Luft im Vordergrund. Auch Agnesa, 13, ist begeistert: „Es ist cool, mit dabei zu sein, viel zu lernen und etwas zu erleben, was man nicht jeden Tag sieht.“ Sandro, 12, kann es kaum erwarten, alles über das Leben der Wanderherde zu erfahren: „Mich interessiert besonders, wie der Hirte und die Schafe leben. Ich möchte wissen, wie sie wandern und alle zusammenbleiben, wie sie essen und wie sie schlafen.“

Szene aus dem Kick-Off-Workshop
Szene aus dem Kick-Off-Workshop

Für den Lehrer, Michael Sing, ist der Anreiz des Projekts noch persönlicher. Wie auch die Hirten hat er ganz besondere Begleiter: Hirtenhunde aus Bergamo, eine alte Rasse, sind seit 25 Jahren an seiner Seite. Die Teilnahme am Projekt lag also auf der Hand, denn er weiss, die Hunde haben das Hirtenleben im Blut. Dieses möchte er nun selbst aus nächster Nähe kennenlernen und dabei seine Schüler für Themen wie Nachhaltigkeit und Ökologie sensibilisieren. Sie sollen den Ursprung und den Wert der Lebensmittel kennenlernen. „Hoffentlich können wir spannende Einblicke erhaschen.“

Seiner frisch zusammengewürfelten Klasse wünscht er vor allem, dass sich Dynamik, Teamgeist und Engagement breit macht. Er ist gespannt, wie sich die Klasse im Laufe des Projekts entwickelt, welche Facetten zum Vorschein kommen und das Zusammenspiel der Klassenkameraden prägen.

Wie der Wanderherde steht auch den Schülern der Weg und die Projektarbeit erst noch bevor. Sobald der Winter anbricht, begeben sich die Schafe auf Wanderschaft. Für die Klassen bedeutet dies den Höhepunkt des Projekts. Sie verbringen einen Erlebnistag bei der Herde und gehen mit dem Hirten und seinen Schafen auf lang ersehnte Tuchfühlung.

Dieses Jahr begleiten wir wieder zwei Hirten. Michael Cadenazzi war bereits im letzten Jahr dabei und wandert dieses Jahr erneut mit seinen Schafen in der Region Luzern. Für Johannes Barandun ist es das erste Mal, er führt seine Herde von über 700 Tieren von der Region Wil in Richtung Bodensee.